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#1439839 - 19.07.20 08:17 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: hopi]
Uwe Radholz
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6082
In Antwort auf: hopi
[zitat=Uli]
Zitat:
? . . . . dass alleine der Wähler / Verbraucher / ... mit seinem Verhalten soviel bewirken könnte, dass wir hier solche Themen nur noch selten diskutieren würden.
diskutieren kann man immer, wenn man möchte. Aber ich denke, man könnte vielleicht auch zur Kenntnis nehmen, dass nicht alle Mitbürger beispielsweise die hier in diesem Faden aufscheinenden Meinungen teilen. Es gibt halt recht unterschiedliche Sichtweisen, auch zum MIV. Eine funktionierende Demokratie lebt von irgendwie ausgehandelten bzw. zustande gekommenen Kompromissen. Nicht immer entspricht dies den partikularen Vorstellungen aller einzelnen Teile der Gesamtgesellschaft. grins


Möchte ich widersprechen. Unsere Kanzlerin sprach von der "marktkonformen" Demokratie. Und ja, die funktioniert. Die Reichen können in dieser besten aller Welten immer reicher werden. Übrigens weltweit. Aber um nicht zu sehr ins Große und Allgemeine abzudriften: ich sehe nicht, wo jemals ein Kompromiss zwischen der totalen Motorisierung und natürlichen menschlichen Bedürfnissen gesucht und gefunden wurde. Ich meine nicht irgendwelchen Kleinkram wie innerstädtische Fußgängerzonen oder so. Letztendlich wurden und werden immer mehr KFZ verkauft und zugelassen. Das Land ist mit Autobahnen überzogen, die Städte sind mit stehenden und fahrenden Autos verstopft. Die Bahn wurde seit der Vereinigung durchgehend von Managern aus der Automobilbranche geführt, die im großen ganzen Personal abbauten, tausenden Kilometer Strecke stilllegten, Bahnhöfe zu Kaufhäusern machten. Denken wir weiter zurück, können viele Freunde aus der alten Republik berichten, dass die Städte mit Autobahnen verschandelt, Straßenbahnen abgeschafft und reguläre Schneisen als Zufahrten in die Städte geschlagen wurden.

Natürlich, und da ist dir nicht wiedersprechen, ist es vernünftig Kompromisse zu suchen und zu finden. Beim Versuch, mit dem Kopf durch die Wand zu kommen, hat die Wand meist die besseren Karten.

Was ich am Beispiel Berlins immer und immer wieder beschreibe, ist, dass es eben überhaupt nicht funktioniert, Partein zu wählen, die verkehrspolitisch verkünden das machen zu wollen, was ich für vernünftig halte. Sie handeln einfach nicht oder eben unendlich langsam und haben doch in Berlin eine sehr stabile parlamentarische Mehrheit und eine Opposition, die, wenn es nach der verkündeten Regeln das Parlamentarismus ginge, nicht wirklich beeindruckend ist. Was zum Teufel soll den an den Rahmenbedingungen noch besser werden?
In dieser Stadt, in der man sich zur Verkehrswende bekennt und ein eigenes Mobilitätsgesetz verabschiedete, will man einen innerstädtischen Autobahnring schließen und plant dafür die teuersten Autobahnkilometer der Geschichte der Republik. Im dritten Jahrtausend nach Christi!
Nochmal: eine überzeugende parlamentarische Mehrheit, ein Gesetz, ziemlich sicher eine Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite, offenichtlich Geld und Kapazitäten, viele gute Beispiele bei den europäischen Nachbarn, wie man es besser machen könnte. Was muss noch kommen, welche Kompromisse müssten gefunden werden? Mein Pessimismus ist begründet. Bernd und ich waren vor Monaten bei einer Veranstaltung, wo ein Berliner Radaktivist vorrechnete, dass beim Tempo der Verwirklichung der eigenen Gesetze niemand von uns, auch keiner der jüngeren, zu seinen Lebzeiten die Umsetzung erleben wird. Aber die Tesla-Fabrik vor der Stadt - die kommt.
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#1439842 - 19.07.20 09:24 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
ta7h12
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 122
In Antwort auf: Uwe Radholz
Bernd und ich waren vor Monaten bei einer Veranstaltung, wo ein Berliner Radaktivist vorrechnete, dass beim Tempo der Verwirklichung der eigenen Gesetze niemand von uns, auch keiner der jüngeren, zu seinen Lebzeiten die Umsetzung erleben wird.
Ich denke, dass der gesellschaftliche Konsens schon viel weiter ist als Politiker das glauben. Die Autofahrer schreien laut und behaupten, SIE würden alle Infrastruktur bezahlen, dabei spielen ihre Steuern nur etwa die Hälfte dessen ein, was es kostet. Da hilft nur PR: Presseveröffentlichungen, Leserbriefe, Websites, Facebook usw. Wir müssen RRG den Mut geben, dass sie mit einem mutigeren Kurs Wähler gewinnen. Wir müssen ihnen mit Argumenten helfen, z.B. dass Radverkehr den Umsatz der Innenstadtgeschäfte erhöht. Inzwischen ist die Vernetzung der Fahrradaktivisten sehr gut gediehen: Agora Verkehrswende, die Radentscheide, die CMs, Changing Cities, Umweltinstitut, DUH, Finanzwende ... Da wird viel fachliches und juristisches KnowHow zusammengetragen, damit wir gegen sowas wie INSM mit unserer geringeren Mittelausstattung anstinken können. Wenn's mir mal wieder zu viel wird, lasse ich das auch entspannt an mir vorbeiziehen. Und: Erfolge feiern nicht vergessen! War die IAA-Demo nicht fantastisch?
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#1439889 - 19.07.20 22:11 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
Peter Lpz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2584
Ich möchte auch mal widersprechen und es dabei nicht versäumen, Deinen ersten beiden Absätzen hochnotpeinlich beizupflichten. So isses eben. Ich finds nur ganz erheblich albern, wenn sich jeder Verkehrsteilnehmer sein eigenes Forum sucht und ihm dort ganz schrecklich dafür gehuldigt wird, den andern durchn Kakao zu ziehen. So einfach wird es aber nicht laufen.

Ob wir Berlin oder Leipzig anführen, es ist immer dasselbe. Die Städte werden "attraktiver" und sie wollen das auch. Es folgen Leute wie Du und ich. Die einen fahren die öffentlichen, die andern Rad und wieder andere bringen ihr Auto mit. Es explodiert der Beton, man kann nicht mehr die öffentlichen benutzen, aufm Rad wird man zum Wahnsinn getrieben und im Auto ist es auch nicht besser. Ich hab das so vorhergesehen und ich gelte noch nicht mal hier, als der Allerhellste. Es musste einfach so kommen.

Und wenn jetzt so ein Blödbommel daherkommt, wie ich einer bin und darlegt, dass wir einfach zu viele Leute in den Städten haben, dann bekomm ich folgendes erklärt: Nämlich, dass die Verstädterung den Verkehr verringert und Mutti damit wieder alles richtig gemacht hat. Wie dazumal unser Staatsratsvorsitzender. Ich bin da wahrlich beeindruckt, aber mich macht ne linksgrüne Stadtpolitik eben zum Autofahrer und verleitet mich zur Flucht, was ich garantiert nicht gewollt habe. Aber da ich eben nicht der Allerhellste bin, versteh ich vielleicht nicht, was läuft?

Mir ist durchaus verständlich, dass wir ein Verkehrsproblem haben. Das löst sich allerdings bemerkenswerter Weise in Luft auf, wenn wir unsere schönen Autos ins Ausland verkaufen oder gleich dort bauen. Es scheint auch gar kein Problem zu sein, wenn wir die schnöden Autos direkt ins Ausland verkaufen und dafür die bekannten Wegwerfprodukte und zwischenzeitlich auch werthaltigere Produkte aus Fernost einführen. Es stört auch keinen, dass die ihren Weg um die halbe Welt nicht mit sauberem, äh... Stinkediesel antreten, sondern mit Schweröl. Davon laufen bei so einem Riesentanker 13Tonnen in der Stunde durch, womit er runde 40km schafft. Und dieweil wir so fleißig fürn Grünen Punkt bezahlen, sind wir auch die Guten, wenn das Zeug zum Entsorgen denselben Weg mit derselben Umweltbilanz antritt. Uns sind eben die eigenen Standards zu teuer, aber Umwelt finden wir geil.

Ich fände es ganz zielführend, wenn wir unser durchaus bestehendes Verkehrsproblem mal nicht zum Weltuntergang stilisieren würden und uns zur Abwechslung mal um den Warenverkehr kümmern würden und die Globalisierung, die wir alle so dringend brauchen... Damit relativiert sich nämlich auf wundersame Weise der Autoverkehr von ganz allein. Vorausgesetzt wir wollen das wirklich.

meint der Peter
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#1439912 - 20.07.20 08:36 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
irg
Mitglied
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Beiträge: 4677
Hallo Peter!

Unsere Verkehrsprobleme sind kein Weltuntergang, aber handfest bleiben sie. Wenn wir damit nichts aktiv machen, werden sie nur noch größer. Das wäre dumm. Ich finde es immer wieder interessant, wie Politik gemacht wird. Da handeln viele Politiker wider besseren Wissens nicht, "weil sich das politisch nicht durchsetzen lässt", weil es die Wähler nicht wollen", usw. Dann wundern sie sich, dass die bösen Wähler ihnen fürs Nichtstun eine Ohrfeige geben, weil die Wähler eh schon längst weiter sind, wie der Stammtisch, auf den sich der Politiker gerade bezieht.

Manche Politiker, kommt mir vor, sehen zwar schon einen gewissen Bedarf, getrauen sich aber selbst nicht, die nötigen Konsequenzen zu ziehen: In manchen Stadtvierteln fahren nur junge, fitte junge Männer mit dem Rad, weil es sehr gefährlich ist? Zugleich steckt der Bus im Stau zwischen den PKW´s? Da müssen wir handeln! Aber die Busspur geht auf keinen Fall, die brauchen die PKW-Fahrer zum Stauen, und den einen oder anderen Parkplatz, den ein allfälliger Radweg brauchen würde, nehmen wir nicht weg. Das geht schon gar nicht! Als Resultat steigt das Verkehrschaos weiter an, und man hat getan, was man meinte, zu können (nichts) und fühlt sich unschuldig.

Ich glaube, dass die Probleme, die die nach wie vor zunehmende Konzentration auf die Städte mit sich bringen, lösbar sind. Die steigenden Wohnungspreise lassen sich u.a. mit gesetzlichen Bestimmungen (nicht einfach, aber machbar) einbremsen. Die Mobilität in der Stadt wird erleichtert, wenn die Nahversorgung besser funktioniert. Der aktuelle Trend, mit dem Einkaufszentren am Rand die Geschäfte im Zentrum umbringen, ohne einen Mehrwert dafür zu bieten (in 5 Geschäften 10x die selbe Bohrmaschine mit unterschiedlichen Labeln auf geklebt ist immer noch die selbe) ist in mehrfacher Hinsicht dumm.

Da wir, ob wir wollen oder nicht, uns ohnehin auf einige, gravierende Änderungen in unserer Wirtschaft ein stellen müssen, wäre das ein guter Anlass, die eine oder andere heilige Kuh wieder gehen zu lassen und Nägel mit Köpfen zu machen: In Mobilität zu denken, statt in Einzelinteressen (wie komme ich von A nach B, statt Auto- gegen Radlfahrer), Bedürfnisse befriedigen statt den Konsum voran zu treiben, usw. Aber das wurde am Stammtisch des Herren oben wahrscheinlich als "utopisch" abgekanzelt, und man kann, leider (gottlob!) nichts tun, also gebt mir eure Stimmen fürs nichts Tun! Hurra!
Ich glaube, solche Politiker haben ein Ablaufdatum.

lg!
georg
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#1440003 - 20.07.20 19:55 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
Peter Lpz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2584
Hallo Georg,

ja, unser Verkehrsproblem ist handfest und nicht gesund. Ich bin aber nicht bereit, so lange zu warten, bis "man was getan hat". Und was Du vorschlägst, gefällt mir eben auch nicht und auch Deine Lösungsansätze bestätigen mir eher, dass es richtig war, davonzulaufen oder zu -fahren.

Aus meiner Sicht wird mit einer unglaublichen Bornhiertheit daran festgehalten, die Städte zu überfüllen und jeder Halbgebildete kann zuschauen, wie der Platz verschwindet und die Leute sich mehr und mehr auf den Geist gehen. Das ist kein alleiniges Verkehrsproblem. Leipzig ist hier noch eins der besseren Beispiele, mir reichts aber schon. Im Gegenzug verliert auch die Provinz an Lebensqualität, weil zwar die Grundstückspreise günstig sind, aber nix zum Arbeiten da ist.

Ich gucke mir dazu immer mal die Berichte aus München an, wo Leute Vollzeit arbeiten gehen und obdachlos sind. Das wird nach meiner Einschätzung die Zukunft sein und ein paar Stinkereiche werden sich die allergrößte Mühe geben, die Preise zu drücken. Die steigenden Mietpreise diktiert die Nachfrage und wenn ich hier was von gesetzlichen Bestimmungen höre, sträuben sich mir die Nackenhaare. Wir haben schon eine Mietpreisbremse... Bleib mir bloß weg damit.

Schade fände ich, wenn es Dir entgangen ist, dass die Einkaufszentren am Stadtrand exakt vor demselben Problem stehen, wie die Innenstädte. Da mag Corona etwas geholfen haben, aber die Zukunft ist der Internethandel. Ich hab mich auch hier lange gesträubt und ich mag diese Pakete bis heute nicht. Aber die kommen eben auch in die Provinz und die Innenstädte werden entbehrlich. Corona beschleunigt das nur. Daran hat die Politik ihren Anteil, aber soweit gebracht hat uns der Bürger und ich kann mich da auch selbst nicht mehr ausnehmen.

Ich würde für eine Zukunft auch in "Mobilität" denken, wobei man erst mal darlegen muss, was das ist. Automobilität ist m.E. keine Mobilität, weil ich da nur drinsitze und mein Auto mobil ist, nicht ich. Selbst bewegen und verschwitzt ankommen? Garderobe, umziehen... Und das jeden Tag? Ich sehe in Deinen Vorschlägen nix, was mich bewegen könnte, den Rückwärtsgang in meiner Automobilität einzulegen, obwohl ich genau das bisher praktiziert habe. Ansonsten würde ich davon abraten, den Stammtisch zu unterschätzen. Da wird auch Politik gemacht, ob sie gut oder schlecht ist, liegt dabei im Auge des Betrachters.

Gruß Peter

Geändert von Peter Lpz (20.07.20 20:03)
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#1441006 - 03.08.20 18:44 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
Margit
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4784
In Antwort auf: Peter Lpz
Schade fände ich, wenn es Dir entgangen ist, dass die Einkaufszentren am Stadtrand exakt vor demselben Problem stehen, wie die Innenstädte.
Hatte in einem Vorort von München heute eine Diskussion. Es schüttete wie aus Eimern, musste aber einkaufen. Als ich beim Blick aus dem Fenster all die Leute mit Ihren Regenschirmen sah, entschloss ich mich, nicht einfach nur über die Straße zu gehen sondern zog meine Gummistiefel an, und radelte mal raus aus der Stadt. Parkte mein Rad unter dem überdachten Vorplatz. Sprach mich ein Nikotinsüchtiger mit türkischem Pass an, dass mein Fahrrad von der anderen Seite in den Radständer müsste. Er hatte aber dann volles Verständnis, dass ich auf dem Weg zu den Einkaufswagen und später zum Beladen meines Trolleys nicht nass werden wollte. Während ich meine Regenklamotten auszog, fragte er mich, weshalb ich nicht mit dem Auto gekommen wäre. Ich habe seit über 20 Jahren kein Auto mehr. Da meinte er, das wäre in der Türkei unmöglich, man darf nicht so sparsam sein. Ich würde keine Steuer, Versicherung, Benzin, Reparaturen etc. etc. etc. zahlen. Die türkische Regierung möchte, dass die Menschen Geld ausgeben ...
Viele Grüße
Margit

Geändert von Margit (03.08.20 18:48)
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#1441012 - 03.08.20 20:15 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Margit]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6518
In Antwort auf: Margit
Die türkische Regierung möchte, dass die Menschen Geld ausgeben ...

Weil der schräge Vogel an deren Spitze sich (neben vielen anderen Großtaten) als Hüter der Inlandswirtschaft präsentieren möchte...

Bernd
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Off-topic #1441060 - 04.08.20 15:38 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: BeBor]
Peter Lpz
Mitglied
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Beiträge: 2584
Der "schräge Vogel" ist auf dem Gebiet den unseren allerdings weit unterlegen. Ich tät deshalb die Steine im Glashaus mal liegen lassen. grins

Ansonsten spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, die Inlandswirtschaft zu behüten, nur muss man da auch mal auf'n Preis schauen. Ich finde es nämlich auch angenehmer, Geld zum Ausgeben zu haben, als am Fensterkit zu nagen.

meint der Peter

Geändert von Peter Lpz (04.08.20 15:38)
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#1441122 - 05.08.20 07:58 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
StefanTu
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
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Beiträge: 931
In Antwort auf: irg
Hallo Peter!
. .B. bezahlst du die Straßen, auf denen du fährst, nur zu einem geringen Teil selbst, dagegen muss die Bahn ihr Schienennetz selbst finanzieren.

Woher kommen diese Zahlen? Folgt man den Einnahmen und Ausgaben in Deutschland erzielt der Bereich Straßenverkehr ein Plus von weit über 20Mrd Euro?
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Off-topic #1441127 - 05.08.20 08:38 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6518
In Antwort auf: Peter Lpz
Der "schräge Vogel" ist auf dem Gebiet den unseren allerdings weit unterlegen. Ich tät deshalb die Steine im Glashaus mal liegen lassen. grins

Du kennst den türkischen Staatsfond Varlik Fonu und die Ereignisse in den letzten Jahren, weißt wer diesen kontrolliert und aus welchen Firmenbeteiligungen dieser gespeist wird?

Bernd
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Off-topic #1441140 - 05.08.20 10:32 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: BeBor]
Felix-Ente
Mitglied
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Beiträge: 1154
Natürlich nicht. Ist vermutlich auch unwichtig, wenn man schon nicht berücksichtigt, dass Zölle und Handelsschranken (= Schutz der Inlandswirtschaft) einer Wirtschaft, die ein riesiges Plus in der Außenhandelsbilanz hat, massiv schaden würden.
Felix
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Off-topic #1441145 - 05.08.20 11:08 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Felix-Ente]
BeBor
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 6518
In Antwort auf: Felix-Ente
Natürlich nicht. Ist vermutlich auch unwichtig...

Es geht lediglich um die Interessenverquickung eines von mir als "schrägen Vogel" titulierten Staatslenkers mit einem Staatsfond, der vornehmlich bis ausschließlich von einer Binnenwirtschaft abhängt, ging in den letzten Jahren auch mehrfach durch die Wirtschaftspresse. Und war auf den Kommentar von Margit gemünzt "Die türkische Regierung möchte, dass die Menschen Geld ausgeben ...".

Aber ist auch nicht unbedingt ein Thema für ein Radreiseforum.

Bernd
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#1443599 - 07.09.20 12:57 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
nachtregen
Mitglied
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Unsere blaubraunen Dieselfreunde haben anscheinend erreicht, daß das VG Berlin die Anordnung der Corona-Radwege für rechtswidrig erkannt hat. Das mag man ja bedauern, allerdings dürften sich aus diesem Urteil - wenn es denn Bestand hat - auch durchaus positive Implikationen ableiten lassen. Wenn nicht nur Benutzungspflichten, sondern auch RVA an sich rechtswidrig sein können, müßten sich auch z.B. schrottige "Schutz"streifen in der Dooring-Zone wegklagen lassen, etwas was bislang m.W. mangels B-Pflicht nicht ging.
--
Stefan
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#1443612 - 07.09.20 13:52 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: nachtregen]
Uwe Radholz
Mitglied
Themenersteller
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Beiträge: 6082
In Antwort auf: nachtregen
Unsere blaubraunen Dieselfreunde haben anscheinend erreicht, daß das VG Berlin die Anordnung der Corona-Radwege für rechtswidrig erkannt hat. Das mag man ja bedauern, allerdings dürften sich aus diesem Urteil - wenn es denn Bestand hat - auch durchaus positive Implikationen ableiten lassen. Wenn nicht nur Benutzungspflichten, sondern auch RVA an sich rechtswidrig sein können, müßten sich auch z.B. schrottige "Schutz"streifen in der Dooring-Zone wegklagen lassen, etwas was bislang m.W. mangels B-Pflicht nicht ging.


Ich glaube, dass ich jetzt `n Bier brauche. Und wenn ich das Triumphgeheul der rechten Opposition höre/lese eher nen Kasten.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich beim Artikel über die temporären Radwege, den Bernd verlinkt hatte und in dem der Beamte, der sie erfunden haben soll, gelobt wurde, ein gewisses Unwohlsein hatte.Deutsches Verwaltungsrecht ist sehr komplex und oft sehr hinderlich, beim Erreichen konkreter Ziele. Aber anderseits ist die Idee gut, dass man eine Bindung der Verwaltungen ans Gesetz prüfen und ggf erzwingen kann. In der DDR gab es gar kein Verwaltungsrecht, jedenfalls keine Verwaltungsgerichte.

Ich will das hier auch nicht politisieren. Wie sich CDU,FDP und AFD die Verkehrspolitik des 3. Jahrtausends vorstellen, kann man komprimiert in dem Artikel nachlesen, den du verlinkt hast. Wer das will, muss die wählen. Für die -aus meiner Sicht - bitter notwendige Verkehrswende stehen andere politische Kräfte. Nur, und das schreibe ich hier nicht zum ersten Mal, müssen die endlich mal anfangen ihre Hausaufgaben zu machen. Dazu gehört, dass man das Verwaltungs- und Regierungshandwerk anfängt zu beherrschen und entschlossen zu handeln.
Wobei im konkreten Fall fehlende Entschlossenheit nicht der Mangel war. Hier fehlte es an den handwerklichen Fähigkeiten. Das ist zwar sehr ärgerlich, aber allemal besser, als das übliche Reden und Beten.


Ich bin am Sonntag nach dem Demo in der Invalidenstraße durch das Stück autofreie Friedrichstraße gefahren. Was für ein Segen. Menschen auf der Straße, in den Cafes und eine Ruhe. Wie blöd muss ein Mensch sein, das wieder anders haben zu wollen?
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#1443617 - 07.09.20 14:17 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: nachtregen]
BaB
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entsetzt weinend traurig
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Leben ist was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
When nothing goes right -> go left!
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#1443618 - 07.09.20 14:19 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: nachtregen]
Juergen
Moderator
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In Antwort auf: nachtregen
Unsere blaubraunen Dieselfreunde haben anscheinend erreicht, daß das VG Berlin die Anordnung der Corona-Radwege für rechtswidrig erkannt hat.
Das ist noch nicht rechtskräftig. Der Widerspruch sollte allerdings gut begründet sein.
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1443619 - 07.09.20 14:19 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
BaB
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In Antwort auf: Uwe Radholz
Wie blöd muss ein Mensch sein, das wieder anders haben zu wollen?
Immerhin wollen die Einzelhändler wohl den derzeitigen Status (Sperrung mit mehr Kundschaft zu Fuß und per Fahrrad) so beibehalten. Auch wenn irgendwelche "Verbände" in deren Namen für den alten Zustand kämpfen... wirr
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Leben ist was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.
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#1443622 - 07.09.20 14:23 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Juergen]
BaB
Mitglied
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Und all derweil sollte man aus den Popup Dingern richtige Radspuren machen. Rechtskonform. Dann haben die anderen vielleicht eine Instanz gewonnen, dafür aber den temporären Status der Popups verloren und dauerhafte Radspuren bekommen. Das dürfte schwerer wiegen. cool bier
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#1443623 - 07.09.20 14:32 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: BaB]
Juergen
Moderator
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In Antwort auf: BaB
Und all derweil sollte man aus den Popup Dingern richtige Radspuren machen. Rechtskonform.
Darf darüber das Land oder die Stadt oder jeder einzelne Bezirk bei euch entscheiden? teuflisch
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1443625 - 07.09.20 14:38 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: BaB]
Uwe Radholz
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Themenersteller
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Beiträge: 6082
In Antwort auf: BaB
Und all derweil sollte man aus den Popup Dingern richtige Radspuren machen. Rechtskonform. Dann haben die anderen vielleicht eine Instanz gewonnen, dafür aber den temporären Status der Popups verloren und dauerhafte Radspuren bekommen. Das dürfte schwerer wiegen. cool bier


Das wäre es, was jetzt getan werden muss. Ganz einfach ist es auch nicht, weil zum Besipiel bestimmte Beteiligungsrechte, zum Beispiel der Anwohner, der Feuerwehr und so weiter beachtet werden müssen. Aber es sollte allemal möglich sein, die Spuren nicht wieder für den Kraftverkehr zu öffnen, bis man das durch hat. Werden halt Straßenbaumaßnahmen, Markierungsarbeiten u.ä angewiesen. Sowas dauert in Berlin doch eh bis die Sonne verglüht.
Es können zeitweilige Sondernutzungsrechte für Flohmärkte, Sperrmüllaktionen, Cafes oder Straßenmusiker erteilt werden. Es können Demos, die sowieso andauernd stattfinden, angemeldet und zugelassen werden. Und überhaupt, wenn wir über Planfeststellungsverfahren sprechen: wie war das, als die Umgehungsstraße durch das Haus von Arthur Dent gebaut werden sollte?

Geändert von Uwe Radholz (07.09.20 14:46)
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#1443626 - 07.09.20 14:39 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Juergen]
Uwe Radholz
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6082
In Antwort auf: Juergen
In Antwort auf: BaB
Und all derweil sollte man aus den Popup Dingern richtige Radspuren machen. Rechtskonform.
Darf darüber das Land oder die Stadt oder jeder einzelne Bezirk bei euch entscheiden? teuflisch


Das ist nicht ganz einfach in Berlin. Die Stadtbezirke haben nicht die gleichen Rechte wie eine eigenständige Gemeinde. Ein weites Feld....
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#1443627 - 07.09.20 14:44 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
Juergen
Moderator
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Beiträge: 10737
Zitat:
Das ist nicht ganz einfach in Berlin.

Alles andere hätte mich auch gewundert....
° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °
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#1443633 - 07.09.20 16:27 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Juergen]
nachtregen
Mitglied
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Beiträge: 2605
In Antwort auf: Juergen
]Darf darüber das Land oder die Stadt oder jeder einzelne Bezirk bei euch entscheiden? teuflisch

Für RVA an Nebenstraßen sind die Bezirke zuständig, für welche an Hauptstraßen der Senat, also das Land.

EDIT: Ich weiß gar nicht, ob es die Ebene "Stadt" gibt, für mein Verständnis nicht, da die Bezirke in ihren Aufgaben den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten gleichgestellt sind.
--
Stefan

Geändert von nachtregen (07.09.20 16:29)
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#1443764 - 09.09.20 11:15 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: nachtregen]
BaB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 8703
Demo gegen das Pollersterben heute ab 17Uhr am Lützowplatz

Infos: Klick, bschlusskundgebung gegen 18Uhr am Hermannplatz

Stellungnahme des ADFC-Berlin: Klack
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#1443772 - 09.09.20 15:16 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
JohnyW
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 7263
In Antwort auf: Uwe Radholz
und zu hoffen, dass der Bus kommt

die Hoffnung stirbt zuletzt. 75% meiner Fahrten mit dem ÜPNV fielen komplett aus oder kamen zu spät...Alternative: PKW -> das läßt mich seltens im Stich

Ich bin für Innenstädte sperren, aber mit einem kostenlosen Zubringer von einem kostenlosen Parkplatz (alle 5 Min). keine Utopie: So was gibt es z.B. in Miami.
Lieferverkehr nur bis 10 Uhr und Anwohner dürften ohne eigenen Stellplatz auch nicht dort parken.
Homepage: http://thomasontour.de
Neu 21.10.2009: 2. Bericht Projekt Hessen aus dem Jahr 2007
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#1443776 - 09.09.20 15:24 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: JohnyW]
Deul
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
anwesend und zufrieden anwesend
Beiträge: 8034
In Tokio kannst Du nur ein Auto zulassen, wenn Du einen Stellplatz hast. Der ist idR teurer als das Auto.
Cycling is an addiction, it can drive you quite insane. It can rule your life as truly as strong whiskey and cocaine.
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#1444252 - 16.09.20 12:35 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
BaB
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 8703
In Antwort auf: Uwe Radholz
Ich bin am Sonntag nach dem Demo in der Invalidenstraße durch das Stück autofreie Friedrichstraße gefahren. Was für ein Segen. Menschen auf der Straße, in den Cafes und eine Ruhe.
Klar, da wird ja auch knallhart durchgegriffen und zu schnell fahrende Radler gestoppt. Klick
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#1444253 - 16.09.20 13:17 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: BaB]
Uwe Radholz
Mitglied
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In Antwort auf: BaB
In Antwort auf: Uwe Radholz
Ich bin am Sonntag nach dem Demo in der Invalidenstraße durch das Stück autofreie Friedrichstraße gefahren. Was für ein Segen. Menschen auf der Straße, in den Cafes und eine Ruhe.
Klar, da wird ja auch knallhart durchgegriffen und zu schnell fahrende Radler gestoppt. Klick



Ach nee jetzt. Sterben da so viele Menschen? Gibt es da das allgemeine Gemetzel? DAS ist der Schwerpunkt des tödlichen Berliner Verkehrs?
Ich komme mir vor, als würde ich in einem Buñuel- Film mitspielen, was sag ich ,leben....

Geändert von Uwe Radholz (16.09.20 13:18)
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#1444266 - 16.09.20 15:30 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
Keine Ahnung
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Definitiv gibt es noch gefährlichere Situationen, aber zu schnell und rücksichtslos fahrende Radfahrer gibt es tatsächlich und auch dem muss entgegengewirkt werden. Überhaupt, wenn ich durch Bremen fahre (was ich nicht so gerne tue), so beobachte ich laufend Radfahrer, die auf der falschen Straßenseite fahren, die sich rasant zwischen den Fußgängern hindurchschlängeln, um schnell einmal einen langsameren Radfahrer zu überholen, die bei Rot trotz Autoverkehrs die Ampeln überqueren usw. Definitiv ist der unaufmerksame rechtsabbiegende Lastwagen gefährlicher, aber Regeln müssen für alle gelten und nicht nur für Autofahrer.

Soweit zu Regeln. Ganz klar ist aber die Situation für die Radfahrer in den meisten Fällen ungünstiger, da die Verkehrsplanung meistens immer noch das Auto an die erste Stelle setzt. Solange sich das nicht ändert, werden auch Gefahren für Radfahrer (und die sind stärker gefährdet als ein Autofahrer, wenn es zu einem Unfall kommt) weiter existieren. Es gibt viele "kleine" Beispiele, wo man erkennen kann, dass der Stellenwert von Radfahrern ganz klar niedriger angesiedelt wird, als der von Autofahrern. Nur ein paar davon:
  • Wo findet man Straßen, die ohne vorherige Warnung plötzlich wegen z. B. Bauarbeiten gesperrt sind? Und wo kann man dann lesen, "Autofahrer aussteigen" oder (realistischer) "Bitte wenden"? Wie oft steht man aber als Radfahrer auf dem Radweg plötzlich vor Baustellen, wo bestenfalls vermerkt wird, "Radfahrer absteigen". Ganz dumm, wenn man gerade entlang einer Straße fährt, auf der vorher ein Schild die Benutzung für Radfahrer untersagt hat wirr .
  • Warum findet man an Tagen, an denen die Müllabfuhr kommt, die Mülltonnen häufig auf Rad- oder Gehwegen und nicht auf der Straße, selbst wenn sie von Autofahrern von weiten gesehen werden könnten? Ich habe Polizeiautos an ganzen Reihen von Mülltonnen ungerührt vorbeifahren sehen, die alle auf dem Radweg abgestellt waren. Ich bin absolut sicher, dass ein riesen Wirbel veranstaltet worden wäre, wenn nur eine der Mülltonnen auf der Straße gestanden wäre.
  • Ähnlich gilt dies für parkende Autos. Wie oft muss ich auf den Gehsteig oder die Straße ausweichen, weil Autos auf Radwegen abgestellt werden. Und hier könnte ich Straßen nennen, auf denen das immer wieder der Fall ist und offensichtlich die Polizei nicht einschreitet. Wehe, diese Autos blockieren eine Fahrspur. Mit größter Wahrscheinlichkeit würde eine Polizeistreife sofort den Abschleppdienst rufen.
  • Wie oft fährt man auf Radwegen, die als Teststrecke für ein "Fully" dienen könnten, und daneben fahren die Autos auf glatten Asphaltstrecken? Hier erkennt man ganz deutlich, dass viele Radwege nicht zum Wohle der Radfahrer gedacht sind, sondern lediglich dazu dienen sollen, die "lästigen Zweiräder" von der Straße zu entfernen.
  • Usw.

Der einzige Vorteil, den die Corona-Krise vielleicht hatte, ist, dass Fahrräder stärker genutzt werden und dadurch das Gewicht der Radfahrerlobby etwas größer geworden ist.
Gruß, Arnulf

"Ein Leben ohne Radfahren ist möglich, aber sinnlos" (frei nach Loriot)

Geändert von Keine Ahnung (16.09.20 15:31)
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#1444269 - 16.09.20 15:45 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Keine Ahnung]
Juergen
Moderator
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In Antwort auf: Keine Ahnung
  • Warum findet man an Tagen, an denen die Müllabfuhr kommt, die Mülltonnen häufig auf Rad- oder Gehwegen und nicht auf der Straße, selbst wenn sie von Autofahrern von weiten gesehen werden könnten? Ich habe Polizeiautos an ganzen Reihen von Mülltonnen ungerührt vorbeifahren sehen, die alle auf dem Radweg abgestellt waren. Ich bin absolut sicher, dass ein riesen Wirbel veranstaltet worden wäre, wenn nur eine der Mülltonnen auf der Straße gestanden wäre.
Vorschlag:
Bei meinem nächsten Besuch in Bremen stellen wir beide so viele Mülltonnen auf die Strasse, wie wiele Jahre wir alt sind dafür .
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Reisen +
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