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#1436486 - 19.06.20 17:43 Diskussion Radverkehr Stadt
Uwe Radholz
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6078
Diskussionen ausgegliedert

Hier kann man lesen , warum das vorzeitige Sterben in unseren Städten weitergehen wird. Auch wenn der Tod der zuletzt verstorbenen Berlinerin nicht direkt damit in Verbindung gebracht werden kann.
Egal was passiert - Klimawandel, Verkehrstod, Verschweinung der Städte, Hektik , Kosten, Krankheit - es geht immer weiter. Immer mehr Autos. Und wenn es mal eine Delle gibt, dann wird Steuergelder in die Hand genommen, um die zu füllen. Und nein, es macht mich nicht froh, wenn ein anderer Berliner (Kölner, Bochumer, Schwetzinger usw,) statt von einem Verbrenner von einem Stromauto überfahren wird.

London hat 1,1 Mrd Pfund für ein System von Fahrradschnelltrassen bereit gestellt, Brüssel sperrt weitere Teile der Innenstadt für den MIV, Helsinki und Oslo
haben es getan, haben Begrenzungen der Geschwindigkeit angewiesen und im letzten Jahr keine Toten im Verkehr zu beklagen gehabt.

Ich will das auch und ich will es überall und nicht in kleinen Schritten sondern sofort .

Und während ich hier rummaule, steigt der Bestand an Autos weiter.
Wenn die Außerirdischen das Universum auf der Suche nach intelligentem Leben durchstreifen, werden sie, wenn sie auf uns stoßen, bei uns nicht viel Zeit vergeuden.
Lohnt nicht. Es muss da draußen irgendwas geben, was mehr Aussicht auf Erfolg verspricht .

Geändert von Toxxi (13.07.20 14:28)
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#1436520 - 19.06.20 21:57 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
Peter Lpz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2579
Ich kann mit Deiner Aussage inhaltlich eigentlich ganz gut umgehen. Mir gehts bissel um die Rhetorik. "Vorzeitiges Sterben" haben wir ständig. Gerade verrecken wir massenweis an Corona und alles ist ganz schlimm. Gerade sind wir hinsichtlich der alljährlichen Diabetesopfer in Bezug aufs Datum ungefähr beim 20-fachen der vorzeitig Verschiedenen und daran haben wir uns gewöhnt und es steht auch nicht im "Live- Ticker". Die Verkehrstoten betragen etwas mehr als ein drittel der Coronaopfer und ein sechzigstel der Diabetesopfer. Wie Du siehst kann man mit Statistik auch jede Menge dummes Zeug daherblubbern.

Ich hab ja inzwischen auch zum steigenden Bestand bei den Autos beigetragen und ich denke, ich kann auch erklären, warum. Es ist nicht die Not und noch nichtmal die Notwendigkeit. Es ist etwas, dass der gemeine Fahrradfahrer nicht hören will und etwas, das ich ihm nicht mehr erklären will. Es ist in unserem Land einfach gesetzmäßig. Und daran sind wir alle, völlig unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel, beteiligt bzw. mitschuldig. Wir wollen das mehrheitlich. Die Mehrheit kann bekanntlich nicht irren und was die Mehrheit macht, ist gut. Ich gehöre jetzt nach 16 Jahren mal wieder zur Mehrheit und es ist auch mal ein gutes Gefühl, mal wieder recht zu haben. schmunzel

Gruß Peter
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#1436576 - 20.06.20 13:05 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
Uwe Radholz
Mitglied
Themenersteller
abwesend abwesend
Beiträge: 6078
Corona und Diabetes möchte ich in diesem Faden nicht besprechen. Und ob es tatsächlich in unserem Land eine höhere Gesetzmäßigkeit gibt, die ausschließt Dinge zu machen, die Dänen, Niederländer, Finnen, Briten, Belgier sehr wohl durchsetzen, weiß ich genauso wenig.
Mag sein, dass ich vom Saulus zum Paulus wurde. Ich fuhr seit 1970 was mit Motoren, also ein halbes Jahrhundert und kam in schlechten Jahren auf 25.000 Jahreskilometer. Dass es nachts bei Regen und Kälte lustiger ist im Auto zu sitzen als an einer zugigen Haltestelle zu stehen und zu hoffen, dass der Bus kommt, weiß ich hingegen schon.
Die Gründe, warum ich trotzdem für eine drastische Beschränkung des MIV in den Innenstädten bin, habe ich mehrfach beschrieben und wenn die für mich einleuchtend sind und für immer mehr Stadtverwaltungen zum Handeln führen, kann sie auch jeder andere verstehen. Und für alle gemeinsam, für die, die es als richtig erachten und für die, die glauben die persönliche Freiheit ist in Gefahr, wenn man nicht jeden Punkt einer Stadt mit dem eigenen Auto erreichen kann, muss man genau dies einschränken.
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#1436619 - 20.06.20 21:07 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uwe Radholz]
Peter Lpz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2579
Mit der "Gesetzmäßigkeit" hab ich etwas überzogen. Aber es kommt dem m.E. recht nahe und den Grund sehe ich in der Bedeutung der Autobauer hierzulande. Ich finde, man kann solche Vergleiche, wie Du sie anstellst, schon ziehen. Sie sind ja nicht falsch. Ich würde dabei aber auch sehen wollen, wie sich die Bevölkerungsdichte anfühlt und da magst Du London ins Spiel bringen. In der inneren Stadt Londons wohnen aber kaum noch normale Bürger, sondern sehr viele stinkereiche. Ich möchte die Stadt nicht als Vorbild, weil man die Stadt so für diese Leute vom Verkehr befreit, während die es eben bezahlen und weiter mit ihrem Porsche angeprotzt kommen. Mir fehlt im Vergleich auch die Tatsache, dass wir hinichtlich Verkehrsaufkommen, Bevölkerungsdichte und dazugehöriger Verkehrssicherheit einen der vorderen Plätze einnehmen. Auch das will ich nicht nur als Tugend preisen, weil es in der Vergangenheit zu oft mit Straßenbegradigungen, -verbreiterungen, - Baumrodungen einherging.

Was die Beschränkung des MIV in den Innenstädten angeht, finde ich garnicht, dass wir da so schlecht sind. Außerdem bekommen wir gerade hier massive Probleme, die eine weitere Einschränkung des MIV schwieriger durchsetzbar werden lassen. Ich hab Thoralf immer etwas geärgert, weil er in Berlin nichts anzuziehen kaufen konnte. Heute bin ich soweit, dass ich garnicht mehr weiß, was ich in der Innenstadt wollen sollte. Besser wirds nicht, die Kaufhäuser streichen die Segel und ein schönes Kneipchen findet man im Umland auch. Ob die Gewerbetreibenden in den Innenstädten über "drastische Beschränkungen" beim MIV glücklich sind, sollte man schon fragen. Sie werden nämlich allmählich knapp und deshalb würde ich sie ein wenig pflegen.

Was mich angeht, für mich haben alle größeren Städte durch die Bevölkerungsentwicklung schweren Schaden an der Lebensqualität genommen. Hieraus resultiert m.E. auch der größte Teil beim Anstieg des Verkehrs. Übrigens nicht nur beim Auto-, sonder auch beim Radverkehr. Ich finde jede Verkehrsform in den Großstädten inzwischen höchst unagangenehm. Da ich jahrelang ausschließlich Rad und Bahn gefahren bin, kann ich ausführen, dass Sanktionierungen beim Radverkehr kaum wahrnehmbar sind. Mich traf es 1x in ca. 20 Jahren. Das 20 - Jahressoll meiner Radfahrerkarriere habe ich bereits nach den ersten 1,5 Monaten Autofahrerei erfüllt. Es ist nicht so, dass der Autofahrer nicht gegängelt würde.

Es ist so, dass er sich öffentlichen Raum nimmt, der ihm für mein Empfinden nicht zusteht. Und da sich auf dem begrenzten Raum immer mehr Leute tummeln, geht die Lebensqualität flöten. Verkehr ist aber nur ein Aspekt gesunkener Lebensqualität. Das lässt sich erweitern durch die so erforderlichen Baumaßnahmen, die den öffentlichen Lebensraum zusätzlich verringern und ein (gefühltes?) schlechteres Benehmen im Umgang miteinander. Die Idee, die schweren Fehler hier zu beheben, kommt halt keinem. Aus meiner Sicht käme dabei aber mehr raus, als wenn sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmer um ihre Pfründe zoffen.

meint der Peter
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Off-topic #1438956 - 10.07.20 07:52 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: drachensystem]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4677
Hallo!

Nur bei uns im fernen Ösi-Graz gehen die Uhren (gottlob, sagen die Autofreaks!) anders. Überall entstehen Pop-Up-Radwege, auch bei uns machen die lokalen Grünen Druck, es gleich zu tun. Aber die Politiker der FPÖ, der ÖVP (also beide rechte Parteien), zusammen mit der zuständigen Politikerin der Kommunisten (ja, die gibt es in Graz) verhindern alles. Von "Das geht gar nicht" bis zu "Das muss in einem großen Konzept zusammen mit sämtlichen Änderungen (der nächsten 100 Jahren, also nie, Anmerkung des Verfassers) gemacht werden" kommt so manches.

Oh Gott! Wir haben die Jahrhundertchance, endlich am städtischen Verkehr einmal ein Schräubchen zu drehen, zu beginnen, das, das geändert werden muss, um in der Zukunft mobil bleiben zu können, und tun nichts? Es ist zum Fremdschämen. Und dumm noch dazu. Letztes Jahr haben sie nicht einmal das ohnehin magere Radverkehrsbudget ausgeschöpft, weil sie keine baureifen Projekte hatten.

lg aus Autostinkistan!
georg
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Off-topic #1438975 - 10.07.20 10:01 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4063
In Antwort auf: irg
... "Das geht gar nicht" bis zu "Das muss in einem großen Konzept zusammen mit sämtlichen Änderungen (der nächsten 100 Jahren, also nie, Anmerkung des Verfassers) gemacht werden" kommt so manches. ...
Genau das ist bewusst der Trick der Gegner eines Zurückdrängen des MIV:
- Erarbeitung eines "Gesamtkonzeptes" scheitert am Umfang und den nicht prognostizierbaren Kosten. Und ohne Gesamtkonzept wird nichts gemacht.
Genau diese Blockade soll ja erreicht werden. Das kann man nur aushebeln, wenn man ein Konzept (für Radwege-Routen in einer Stadt) verabschiedet, das noch nicht den Ausbaugrad der Infrastruktur festlegt und auch noch nicht, welche Einschränkungen dem MIV auferlegt werden. Das folgt danach im Häuserkampf Straße für Straße und Budget um Budget. Praktisch alle Trassen/Wege in einer Stadt, die zu so einem solchen Rad-Routen-Konzept gehören, existieren längst und sind auch für Radverkehr frei. Niemand schlägt neue Trassen durch die Stadt und für Radverkehr verbotene Stadtautobahnen sind anteilig auch wenig. D.h. das Rad-Routen-Netz existiert defacto längst.
Es gibt im MIV ein klammheimliches, unabgestimmtes, aber höchst wirksames Gruppenverhalten, durch bedrohliches Benehmen gegenüber Fuß- und Radverkehr, diesen wegzuekeln und zu vergrämen. Und die immer noch in unzähligen Bau- und Verkehrs-Gesetze hinterlegten Regeln und Verpflichtungen zur Gestaltung der autogerechten Stadt führen dann dazu, dass Fuss- und Radverkehr zu seiner Sicherheit verdrängt wird. Und das funktioniert erschreckend gut, wie unzählige, kaum vom Radverkehr genutzte, aber völlig korrekt und legal zu befahrende Hauptstraßen belegen. Die billigste Rad-Infrastruktur ist keine und die bekommt man mit jeder Verdrängung des MIV geschenkt.
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Off-topic #1439089 - 11.07.20 20:06 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
Peter Lpz
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 2579
Die Frage ist doch auch, wie es die "Befürworter der Zurückdrängung des MIV" anstellen wollen. Ich finde die Teilung in Befürworter und Gegner nämlich ziemlich dusslig. Kein Autofahrer hätte etwas dagegen, einen Parkplatz vorm Haus zu haben und wenn dafür der MIV zurückgedrängt wird. Es wird erst fatal, wenn es das eigene Auto betrifft. Bis hierhin besteht wohl Einigkeit.

Ich würde in der Historie anfangen und ganz simpel dort ansetzen, wie es soweit kommen konnte und was womöglich vorher besser war. Darauf gibt es neben jeder Menge stichhaltiger Argumente auch einen Riesenhaufen Grütze. Ersteres von Letzterem zu trennen, bietet Streitpotential, ist aber m. E. unausweichlich. So ist für mich der wesentlichste Grund für die Zunahme des MIV, die Bevölkerungsentwicklung, also letztlich die Überfüllung der Städte mit Leuten. Soweit ich es für Leipzig herauslesen kann, hat sich die Zahl der Haushalte mit Autobesitz unwesentlich erhöht. Glaubhafte Zahlen konnte ich leider nicht ausmachen. Aber es ist kaum verwunderlich, wenn die Zahl der Haushalte mit Autobesitz in den Städten anteilig geringer ist, als aufm Land. Man kann in der Stadt viel einfacher darauf verzichten. Auch ich konnte das ganz wunderbar. Betrachtet man sich die Tatsache, dass Leipzig von 500.000 auf 600.000 Einwohner gewachsen ist, das mehr als 50% der Haushalte Singlehaushalte sind und schaut sich an, wie sich das Volk im ÖPNV bzw. in der Stadt benimmt, dann werte ich die Zunahme beim MIV nicht nur als moderat sondern geradezu als kläglich.

Wenn wir das verbessern wollen, dann kommen wir kaum an der Einsicht vorbei, dass eine lebenswerte Zukunft in der Stadt unmöglich ist, wenn es keine lebenswertet Zukunft aufm Land gibt. Das bedeutet zumindest für mich, es braucht ne 180° - Kehre bei der Stadt- und Landbevölkerungsentwicklung und damit verbunden attraktive Arbeitsplätze in der Provinz. Bis zu dieser Einsicht ist das ganze Gekeife über böse Auto- und gute Radfahrer bzw. wahlweise umgekehrt, nur dummes Geseier. Wir bestellen uns den Sch... und beschweren uns anschließend darüber. Ich kann es mir nicht erklären, wie wir damit ein Ziel erreichen wollen.

Gruß Peter
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Off-topic #1439167 - 12.07.20 20:21 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4063
Ich stimme mit fast keinem Satz überein und könnte auch jeden länglich beantworten, was aber den Beitrag überlang macht. Daher nur ein paar Zahlen:
Die Pest (nur PKW) für Leipzig hat folgenden Verlauf nach offizieller Statistik: 189.885 (2001) auf 230.074 (2019) also +21% (bei den völlig sinnfreien Motorrädern +100% !)
Ist grundsätzlich richtig, dass in (fast allen) Städten der KFZ-Bestand niedriger liegt als auf dem Land. Leipzig hat ca. 380PKW/1000EW. Der bundesweite Durchschnitt ist ca. 570PKW/1000EW (übrigens leistet sich Italien ca. 650, Dänemark aber nur ca. 450!). Berlin hat ca. 320PKW/1000EW. Man stelle sich nur vor, der Fahrzeugbestand in den Städten wäre genauso hoch wie der Durchschnitt. Es geht gar nicht und das ist gut so. Wobei man in Städten noch klären müsste, was der Unterschied zwischen darin zugelassenen PKW und tatsächlich darin fahrenden und stehenden PKW bedeutet. Es gibt ja auch Länder, die eine KFZ-Zulassung gar nicht stadtbezogen durchführen. Weiß nicht, wie dort Statistik aussieht.
Aber das was heute geht, ist immer noch viel zu viel. Erfolgreiche Städte drücken aktiv den KFZ-Bestand z.B. auf unter 250, was immer noch zu viel ist. Zum einen muss dem MIV permant Schmerzen zugefügt werden (Zufahrtsverbote, Maut, hohe Parkgebühren, wenig Parkplätze, Rennbahnen verlangsamen, hohe Strafmandate, Staus ....) und zum anderen permanent Stimmung gegen den MIV und seine Lobby-Vertreter gemacht werden. Der MIV muss peinlich geredet werden, wie weiße Socken, Rauchen und Kinder-Pornos. Dazu hat die Presse und die Stadt alle Möglichkeiten. Mahnwachen an Unfallstellen, Ghost-Bikes etc. sind wichtige und noch zu wenig genutzte Mittel, den völlig entarteten MIV und der diesen immer noch fördernde Bau- und Verkehrsgesetze als gesellschaftliche Schande zu markieren. Wie Prof. Knoflacher richtig feststellte: Das Auto ist im Kopf (und verseucht das Gehirn).
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Off-topic #1439196 - 13.07.20 08:11 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
irg
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Beiträge: 4677
Hallo Andre!

In Antwort auf: AndreMQ
In Antwort auf: irg
... "Das geht gar nicht" bis zu "Das muss in einem großen Konzept zusammen mit sämtlichen Änderungen (der nächsten 100 Jahren, also nie, Anmerkung des Verfassers) gemacht werden" kommt so manches. ...
Genau das ist bewusst der Trick der Gegner eines Zurückdrängen des MIV:
- Erarbeitung eines "Gesamtkonzeptes" scheitert am Umfang und den nicht prognostizierbaren Kosten. Und ohne Gesamtkonzept wird nichts gemacht.
Genau diese Blockade soll ja erreicht werden. Das kann man nur aushebeln, wenn man ein Konzept (für Radwege-Routen in einer Stadt) verabschiedet, das noch nicht den Ausbaugrad der Infrastruktur festlegt und auch noch nicht, welche Einschränkungen dem MIV auferlegt werden. Das folgt danach im Häuserkampf Straße für Straße und Budget um Budget. Praktisch alle Trassen/Wege in einer Stadt, die zu so einem solchen Rad-Routen-Konzept gehören, existieren längst und sind auch für Radverkehr frei. Niemand schlägt neue Trassen durch die Stadt und für Radverkehr verbotene Stadtautobahnen sind anteilig auch wenig. D.h. das Rad-Routen-Netz existiert defacto längst.
Es gibt im MIV ein klammheimliches, unabgestimmtes, aber höchst wirksames Gruppenverhalten, durch bedrohliches Benehmen gegenüber Fuß- und Radverkehr, diesen wegzuekeln und zu vergrämen. Und die immer noch in unzähligen Bau- und Verkehrs-Gesetze hinterlegten Regeln und Verpflichtungen zur Gestaltung der autogerechten Stadt führen dann dazu, dass Fuss- und Radverkehr zu seiner Sicherheit verdrängt wird. Und das funktioniert erschreckend gut, wie unzählige, kaum vom Radverkehr genutzte, aber völlig korrekt und legal zu befahrende Hauptstraßen belegen. Die billigste Rad-Infrastruktur ist keine und die bekommt man mit jeder Verdrängung des MIV geschenkt.


Ich gebe dir vollkommen recht! Idiotisch in unserem Fall in Graz ist, dass es genug fundierte Konzepte für Radinfrastruktur gibt, ein neues wird gerade entwickelt.
Die kommunistische Verkehrsstadträtin war und ist Fachfrau im Wohn- Sozialbereich, der Verkehr ist nach wie vor nicht ihres. Sie hat ganz am Anfang festgestellt, dass sie "nie Politik gegen die Autofahrer" machen werde, entsprechend schaut ihre Politik aus. (Was die Radlobby Steiermark übrigens nicht will.) So unterstützt eine Politikerin, die, laut Eigendefinition der Kommunisten, "die Armen und Schwachen unterstützt", die, die mit dem Ellbogen Außenspiegel andere an den Rand drängen. Sachpolitik schaut anders aus, und es wird auf den Straßen munter mehr gestorben, als nötig.

Aktuell haben wir ein 100 Millionen€-Paket über 10 Jahre für den Ausbau von Radinfrastruktur in Graz und Graz-Umgebung. Nach bisheriger Sichtweise der handelnden Politiker ist kein machbares Projekt dafür in Sicht, da ja der eine oder andere Parkplatz weg fallen könnte. Aber seit Kurzem spricht der konservative Bürgermeister andere Töne. Vielleicht haben wir ja doch noch eine Chance, trotz der Populistin!

lg!

Geändert von irg (13.07.20 08:14)
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Off-topic #1439204 - 13.07.20 10:04 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
AndreMQ
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4063
..... es wird länger, aber es ist gar nicht offtopic. Rad- und Fussverkehrstote sind ein Ergebnis von Verkehrspolitik. Erstaunlich, bei uns ist "Die Linke" i.d.R. pro Radverkehr und gegen MIV und begründet es gerade mit sozialen Gesichtspunkten. Graz hat etwa die gleiche EW-Zahl wie Münster, was in DE als Vorzeigestadt (neben Erlangen und anderen) für ein radverkehrsfreundliche Verkehrsinfrastruktur steht. Das haben wenige Städte, die so schlau waren, die Verkehrswende 1.0 in den 70ern einzuleiten (wie auch Kopenhagen etc.). Der Rest hat stumpfsinnig weiter autogerechte Stadt gespielt und ist weitere 45 Jahre in die Sackgasse gerannt. Und die ostdeutschen Städte ab den 90ern dann vermutlich gleich mit.
Graz hat wie alle europäischen Städte einen alten Kern und der ist gar nicht so groß (z.B. 2 x 2km oder 3 x 3km). Diese Kerne können alle MIV-frei sein, d.h. nur Einsatz-, Liefer- und Gewerbefahrzeuge, die heute vermutlich keine 10% des Verkehrs ausmachen, 90% somit reiner privater Bequemlichkeitsverkehr - sicher zu 95% eine Person nur im Auto.
Es ist ein Witz, Denkmalschutz zu betreiben und die Farbe von Sandsteinen, Pflasterformen, Erkerchen, Dachpfannen, Fensterrahmen etc. vorzugeben und in den Straßen davor einen Autofriedhof auf dem frischen Denkmalschutzpflaster zu dulden.
Google-Satellit ist da i.d.R entlarvend: In Graz sehe ich da auch in allen Straßen den Blechdreck rumstehen. ABER: Es ist weniger dicht, weil vermutlich relativ strikte Parkvorschriften als z.B. bei der fränkischen Mittelstadt Fürth. Ein Blick auf diese mittelalterliche Kernstadt, die viel kleiner als Graz ist und die man in wenigen Minuten durchlaufen hat, zeigt: Der Blechdreck quillt in allen Straßen über - natürlich ist alles denkmalgeschützt. Auch in Münster sieht man auf dem Satellitenbild in der Kernstadt den Autodreck, aber es ist weniger.
Man kann aus den Luftaufnahmen erkennen, welchen Städten (den meisten) die Verkehrspolitik vor langer Zeit bereits völlig entglitten ist und was es jetzt bedeutet, diese wieder einzufangen.
Wenn z.B. bis knapp 1900 vor der Automobilära jeder ein privates Pferdefuhrwerk gehabt hätte (fairerweise: 320 Pferdefuhrwerke auf 1000EW) und dies alles in den Straßen abgestellt worden wäre, wie hätte das wohl ausgesehen? Die Stadt wäre von den Pferden regelrecht zugeschissen worden.
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Off-topic #1439205 - 13.07.20 10:35 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
Peter Lpz
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Hallo Andre,

soweit ich es verstehe, stimmst Du mir in einigen Punkten doch zu: so ist der Kfz - Bestand um 21% gestiegen, die Zahl der Einwohner um ungefähr 20%. Das entspricht einer geringfügigen Steigerung, die ich ja auch beschrieben habe. Also hat sich praktisch nix geändert und man muss bei der Basis 2001 auch betrachten, dass Leipzig damals wirtschaftliche Schwierigkeiten hatte, man hat in Grünau Wohnblocks noch weggerissen und die Arbeitslosigkeit war hoch. Insofern hat sich der unzweifelhaft gestiegene Wohlstand kaum auf die Verkaufszahlen bei den Autos ausgewirkt. Es gibt folglich keine signifikante Steigerung bei den Zahlen der PKW, die nicht mit der Bevölkerungsentwicklung zu erklären wäre. Die gibt es bei den Motorrädern und das sind reine Spaßfahrzeuge, hier verstehe ich Deine Kritik auch.

Ich stimme Dir weiterhin zu, dass die Zahl der PKW in den Städten problematisch ist und es schon 2001 war. Die Ansatzpunkte, die Du vorschlägst, sind also bei mir 100%-ig nach hinten losgegangen und werden das auch weiterhin tun. Zur Begründung:

Es nutzt nix, wenn man den PKW - Verkehr peinlich redet, es braucht für den Bürger kurze Wege, einen passablen ÖPNV mit erträglichem Publikum darin und eine auskömmliche Infrastruktur fürn Radverkehr. Das hatten wir 2001 auch nur halbwegs, aber es ging eben nur, weil die Zahl der Radfahrer deutlich geringer war und es keine Segways, Lasten-, Elektroräder, keine Trikes, kaum Liegeräder und keine E-Rollerchen gab. Meine Aussagen sind zwar subjetkiv, aber ich habe eben meine Entscheidung für den Autokauf nach 16 Jahren Abstinenz auch subjektiv getroffen. Und mir gehts wirklich am Allerwertesten vorbei, ob mir das einer peinlich redet. Ich finds absolut folgerichtig, weil die Lebensqualität in der Stadt für mich eben einfach hin ist. Das führe ich auf die Bevölkerungsentwicklung, auf die damit verbundene Zunahme beim Verkehr allgemein und das Benehmen des Volkes zurück. Ich habe 16 Jahre gehofft, es würde mal wieder andersrum kommen, aber davon hab ich mich lösen müssen. Folglich trifft man eben derart vermeintlich paradoxe Entscheidungen. Es ist natürlich paradox, sich ein Auto zu kaufen, weil einem der Verkehr aufn Sender geht. Aber ich finds im Hinblick auf die Lebensqualität nur logisch. Mit der gesellschaftlichen Schande lerne ich schon zu leben.

Gruß Peter
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#1439212 - 13.07.20 12:36 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
AndreMQ
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.... ich weiß nicht, was in Leipzig los ist, dass man so resignativ reagiert. Aber zum ÖPNV-Angebot:
- Es ist gute Tradition, dieses immer schlecht zu reden - damit man ein Argument hat, nicht umzusteigen. Meine Erfahrungen mit dem ÖPNV in allen Städten bisher sind positiv. Ich nutze ihn nicht viel, da immer mit dem Rad unterwegs, aber wenn, dann ist er da und funktioniert. Es zeigen auch die Netzpläne und die Fahrpläne, dass Kritik meist überzogen ist. Natürlich ist er darauf ausgelegt, dass der Modal-Split heute beim MIV liegt und daher nicht überzähliges rollendes Material rumfährt, welches nicht ausgelastet ist.
- Weitere gute Tradition ist der (MIV-)Trick, erst einmal den unbeschränkten Ausbau zu fordern und wenn es dann den geneigten Herschaften gefällt, vielleicht umzusteigen oder auch nicht. Genau wissend, dass dieser Ausbau nicht kommen kann. Außerdem ist man ja sowieso gehbehindert und kann nicht 300m zum Parkhaus laufen, aber offensichtlich trotzdem in seinem 500PS-SUV die Pedalerie zügig und treffsicher bedienen. Da ist auch noch eine Baustelle, nämlich physisch und psychisch ungeeigneten Leuten den Führerschein und das KFZ zu entziehen. So wie es jedem Bus-, Lok- und Flugzeugführer droht.
- In vielen Städten muss erst dem MIV der Platz entzogen werden, bevor das ÖPNV-Angebot erweiterbar wird und die Takte zusätzlich noch verkleinert werden können. Das ist übrigens kein langwieriges Thema und könnte sogar pop-up-mäßig probiert werden. Dazu müsste der Stadtrat die entsprechenden Straßen bzw. Spuren dem MIV entziehen (Parkspuren sind auch Spuren) und den Blechdreck für diesen Test aus der Stadt verjagen. Die zuständigen Stadtwerke müssten dafür rollendes Material mit Fahrern für diesen Test ausleihen, einen pop-up-Fahrplan erstellen und dann z.B. einen Monat es einfach machen. Nochmals: Es gibt genug Straßen und Wege, nichts fehlt, es muss nur der MIV-Dreck verjagt werden und es ist Platz im Überfluß.
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#1439215 - 13.07.20 12:59 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
Peter Lpz
Mitglied
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Beiträge: 2579
Leipzig ist einfach überfüllt und das Volk kann oder will sich nicht manierlich benehmen. Mehr ist hier ansonsten nicht passiert. Ich bin weit davon entfernt, den ÖPNV schlecht zu reden. Ganz im Gegenteil: hier hat sich besonders bei der S-Bahn unheimlich viel zum Vorteil entwickelt. Es tut mir leid, dass ich das in meinen Beiträgen nicht gewürdigt habe. Problematisch ist für mich das Publikum dort und das durchaus nicht immer. Es ist aber so, dass ich keine Lust mehr habe, mich mit dem Volk zu zanken und schon der Gedanke daran, stresst mich. Die Überfüllung während der Berufszeiten macht mir das Leben auch schwer. Ich hab mir bewusst eine Wohnung in der Provinz gesucht, die nah am Bahnhof liegt und wo ich nicht umsteigen muss. Frühmorgens ein Rad mitzunehmen, kann ich nahezu vergessen. Es zeichnet sich für mehrere Monate Schienenersatzverkehr ab, dadurch wird der Autokauf nicht unbedingt nötig, aber das Leben bequemer.

Dem MIV den Platz zu entziehen, ist ein Argument, dem ich mich schwer verschließen kann, weil ich es in der Vergangenheit selbst gewollt habe. Heute bin ich eben auch Autofahrer....

Ich wäre lieber in der Stadt geblieben und weiter mit dem Rad zur Arbeit gefahren. Leider fange ich recht zeitig an, zu arbeiten und wenn es draußen heiß ist, will ich nachts mal ein Fenster öffnen. Da stört mich das Volk im Grunde täglich. Ich bin nicht der Mensch, der deshalb nach der Polizei schreit und ich bin außerdem nicht bereit, für stark gefallene Lebensqualität höhere Mieten zu zahlen. Wie gesagt, meine Entscheidungen sind subjektiv, aber leicht gefallen ist es mir wirklich nicht. Mein Hauptproblem ist das Volk und das benimmt sich in einer Eigentümergemeinschaft unglaublich viel besser.

Gruß Peter
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#1439221 - 13.07.20 15:11 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
irg
Mitglied
abwesend abwesend
Beiträge: 4677
Hallo Peter!

Das eigentliche Problem, das wir im Verkehr der autotauglichen Städte haben ist, dass der MIV bei der Verteilung des Verkehrsraumes extrem bevorzugt wird. Da kann man oft gar keine Öffis fahren lassen, die nicht vom Stau des MIV beeinträchtigt sind. Ein Beispiel dafür ist Salzburg, wo der öffentliche Stadtverkehr fast ausschließlich mit Bussen bewältigt wird. Wenn bei Regen Touristen mit den PKW´s in die Stadt drängen, steht alles. Da die Busse auf den meisten Straßen keine eigenen Spuren haben bzw. haben können, stehen die Öffis genauso im Stau wie die PKW, die sie substituieren könnten und sollten.
In Graz bekommen wenigstens die Straßenbahnen, wo es geht, eine eigene Spur, teilweise auch die Busse. Aber diese haben sie vor ziemlich langer Zeit bekommen. Bei den aktuell zuständigen Politikern sehe ich nur sehr wenig Bereitschaft, auch einmal ein wenig Verkehrsraum anderen als den heißgeliebten PKW´s zu überlassen. Vollmundig wird dann von Vorrang für Öffis und fürs Radeln gesprochen, gemeint ist damit aber nur Raum, den gerade überhaupt niemand irgendwie brauchen kann. Solcher Raum ist in Städten natürlich nicht oft zu finden und kaum fürs Radeln zu brauchen.

Ein paar Punkte sind klar und unter Fachleuten längst unbestritten, außer vielleicht Dr. Prof. Verschwörungstheoretik:
Die Mobilität in der Stadt ist durch den alleinigen Einsatz des MIV nicht lösbar. Das haben die Amerikaner, wenn auch ungewollt, in den 70-er Jahren nach gewiesen. Wer eine praktikable Verkehrslösung will, muss dafür entsprechende Verkehrsräume zur Verfügung stellen. (Wer, wie du gezeigt hast, z.B. das Radfahren erschwert und gefährlich macht, braucht sich nicht zu wundern, dass nur wenige aufs Rad steigen.) De facto wird in den Städten immer eine Mischung aus verschiedenen Verkehrsmitteln sinnvoll sein. Implizit steckt in diesem Punkt, dass dort, wo der PKW-Verkehr wie früher immer noch besonders gefördert wird, Maßnahmen diesen einbremsen werden müssen, um den Verkehr wieder in Gang zu bringen. Wenn auf einer vierspurigen Straße zwei Spuren für die Öffis und das Radfahren reserviert werden, bremst das vordergründig die Leute im PKW ein, die vorher mehr Spuren hatten, mittelfristig kann es die, die weiterhin damit fahren müssen, fördern, weil mehr Leute umsteigen und ihnen damit mehr Platz auf der Straße lassen.

Wenn man schaut, wie viel Platz der MIV braucht, und wie wenig dagegen die Öffis und, noch mehr, das Radfahren, sieht man, dass eine solche Umverteilung auch ökonomisch Sinn macht.

Pointiert gesagt fördert das Fördern des MIV im Stadtverkehr ab einer gewissen Größe eher den Stau als das Auto Fahren.

lg!
georg
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Off-topic #1439225 - 13.07.20 16:22 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
uri63
Mitglied Übernachtungsnetzwerk
abwesend abwesend
Beiträge: 835
In Antwort auf: AndreMQ
".....
Die Pest (nur PKW) für Leipzig hat folgenden Verlauf nach offizieller Statistik: 189.885 (2001) auf 230.074 (2019) also +21% (bei den völlig sinnfreien Motorrädern +100% !) ...."


Hallo André,

der Vollständigkeit halber sollte man aber auch erwähnen, dass die Bevölkerungszahl von Leipzig in gleichen Zeitraum (2001-2019) von 493052 Einwohner auf 593.145 Einwohner angestiegen ist.
Insofern wächst die Anzahl an zugelassenen PKW proportional zur Bevölkerungszahl.

Grüße uwe

Sorry, Peter Lpz war schneller...

Geändert von uri63 (13.07.20 16:24)
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Off-topic #1439231 - 13.07.20 16:36 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: AndreMQ]
Uli
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Ich stimme dir in allem weitestgehend zu. Aber hier ...

Zitat:
Man kann aus den Luftaufnahmen erkennen, welchen Städten (den meisten) die Verkehrspolitik vor langer Zeit bereits völlig entglitten ist und was es jetzt bedeutet, diese wieder einzufangen.

... möchte ich zumindest um Obacht bitten. Die Aufnahmen geben je nach Wochentag und Uhrzeit, zu denen sie gemacht wurden, ein höchst unterschiedliches Bild wieder. Vergleiche anhand dieser Aufnahmen sind deshalb oft schwierig.
Gruß
Uli
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Off-topic #1439232 - 13.07.20 16:40 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
Uli
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Sprechen wir es doch offen aus: Das wirkliche Problem ist, dass wir zu viele Menschen auf zu kleiner Fläche sind und zudem unser Lebensstil zu diesem Umstand nicht passt. Das Problem werden wir aber nicht schnell und vermutlich auch nicht wirklich nachhaltig lösen können.
Gruß
Uli
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Off-topic #1439235 - 13.07.20 17:07 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uli]
Peter Lpz
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Das trifft es ungefähr. Und weil wir unbedingt weiter zentralisieren möchten und die Bevölkerung weiterhin mit Gewalt vom Land in die Stadt treiben, sollten wir den MIV vielleicht einfach ertragen? Der ist doch bestellt und ich steige wirklich nicht aus lauter Freude zum Automobil darauf um.

Gruß Peter

Geändert von Peter Lpz (13.07.20 17:07)
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Off-topic #1439246 - 13.07.20 18:32 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
nachtregen
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Das Argument verstehe ich nicht. Im Landkreis Teltow-Fläming z.B. gibt es z.B. 800 Ds./1000 EW. Im Stadtkreis Friedrichshain-Kreuzberg gibt es hingegen 285 Ds./1000 EW. Dementsprechend reduziert zunehmende Verstädterung die Autonutzung.
--
Stefan
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#1439248 - 13.07.20 18:34 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
Peter Lpz
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Hallo Georg,

wir wollen dabei aber nicht vergessen, dass es der Bürger selbst war, der sich vom ÖPNV abgewendet und dem MIV zugewendet hat. Dass dadurch dessen Auslastung und damit die Qualität leidet, war absehbar. Wenn man heute den umgekehrten Schritt gehen möchte, braucht es mindestens einen langen Atem. Abgesehen von der S-Bahn oder der Bahn an sich,- Straßenbahn und Busse sind heute noch unterirdisch ausgelastet und tatsächlich auch aus den von Dir genannten Gründen haarsträubend langsam unterwegs. Geht mit dem Rad bis heute schneller, obwohl auch hier mit erheblicher Knotenbildung zu rechnen ist.

Ich sehe noch nicht, dass die Qualität des ÖPNV so gut ist, dass man es sich leisten kann, den MIV verdrängen zu wollen. Man macht ihm ja das Leben schon schwer, aber es ist m. E. völlig wurscht, welche Verkehrsform man nutzt, sie sind in den Städten alle fürn Ar....

Ökonomisch bzw. volkswirtschaftlich macht es m. E. vor allem Sinn, die Leute zu lassen, wo sie sind und ihnen verträgliche Möglichkeiten zum Leben und Arbeiten zu bieten. Hier sehe ich sogar staatliche Förderung als sinnvoll an. Eine pointierte oder auch nicht pointierte Aufwiegelung gegen den anderen Verkehrsteilnehmer, - ich weiß nicht wer sie gewinnen wird, aber ich weiß, es wird uns nicht weiter bringen. Es hilft vielleicht der geschundenen Radfahrer-, oder Autofahrerseele kurzfristig. Aber dass sich davon einer bekehren lässt, glaub ich kaum. Hinsichtlich Menge und Einfluss der Autofahrer wird es wohl auch ein wenig kompliziert.

Gruß Peter
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Off-topic #1439249 - 13.07.20 18:35 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: nachtregen]
Peter Lpz
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Was sind denn "Ds"?

Die zunehmende Verstädterung bzw. die Erhöhung der Einwohnerzahl reduziert den MIV wohl kaum. Denn es kommt dazu, dass Leute von außen einfahren, um zu arbeiten, weil sie eben aufm Land leben und es kommt dazu, dass Leute die Stadt nicht mehr ertragen und wie ich, ebenfalls einfahren.

Gruß Peter

Geändert von Peter Lpz (13.07.20 18:37)
Änderungsgrund: Nachtrag
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Off-topic #1439253 - 13.07.20 18:45 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uli]
AndreMQ
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In Antwort auf: Uli
... möchte ich zumindest um Obacht bitten. Die Aufnahmen geben je nach Wochentag und Uhrzeit, zu denen sie gemacht wurden, ein höchst unterschiedliches Bild wieder. ...
Grundsätzlich richtig, eine Aufnahme Sonntag nachmittag kann anders aussehen als werktags. Aber es gibt weitere Hinweise, was man für eine Zeit erwischt hat, z.B. die Parkplätze von Supermärkten oder Parkplätze von Firmen. Auch Schulhöfe, Lehrerparkplätze sind Hinweise.
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#1439279 - 14.07.20 08:35 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
irg
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Hallo Peter!

In Antwort auf: Peter Lpz
Hallo Georg,

wir wollen dabei aber nicht vergessen, dass es der Bürger selbst war, der sich vom ÖPNV abgewendet und dem MIV zugewendet hat. Dass dadurch dessen Auslastung und damit die Qualität leidet, war absehbar. Wenn man heute den umgekehrten Schritt gehen möchte, braucht es mindestens einen langen Atem. Abgesehen von der S-Bahn oder der Bahn an sich,- Straßenbahn und Busse sind heute noch unterirdisch ausgelastet und tatsächlich auch aus den von Dir genannten Gründen haarsträubend langsam unterwegs. Geht mit dem Rad bis heute schneller, obwohl auch hier mit erheblicher Knotenbildung zu rechnen ist.

Ich sehe noch nicht, dass die Qualität des ÖPNV so gut ist, dass man es sich leisten kann, den MIV verdrängen zu wollen. Man macht ihm ja das Leben schon schwer, aber es ist m. E. völlig wurscht, welche Verkehrsform man nutzt, sie sind in den Städten alle fürn Ar....

Ökonomisch bzw. volkswirtschaftlich macht es m. E. vor allem Sinn, die Leute zu lassen, wo sie sind und ihnen verträgliche Möglichkeiten zum Leben und Arbeiten zu bieten. Hier sehe ich sogar staatliche Förderung als sinnvoll an. Eine pointierte oder auch nicht pointierte Aufwiegelung gegen den anderen Verkehrsteilnehmer, - ich weiß nicht wer sie gewinnen wird, aber ich weiß, es wird uns nicht weiter bringen. Es hilft vielleicht der geschundenen Radfahrer-, oder Autofahrerseele kurzfristig. Aber dass sich davon einer bekehren lässt, glaub ich kaum. Hinsichtlich Menge und Einfluss der Autofahrer wird es wohl auch ein wenig kompliziert.

Gruß Peter


Es hängt davon ab, wie engagiert der Ausbau der Öffis voran getrieben wird, und welche Rahmenbedingungen vorherrschen. Wenn der Stadtverkehr riskiert, regelmäßig zusammen bricht, ist es leichter, Öffispuren und andere Verbesserungen ein zu führen, weil das positive Ergebnis schneller zu erkennen ist.

Im Großraum Graz haben wir ein ziemlich gutes Schnellbahnsystem, das ausgeweitet wird. Anlass dafür war v.a. die Erkenntnis, dass der Pendlerverkehr so nahe an den Grenzen des Infarktes war, dass man etwas tun musste. Da das undifferenzierte Ausbauen von Straßen für den MIV weder finanzierbar och platzmäßig machbar war (wie eigentlich überall), wurde von anderen Politikern als denjenigen, die die träge Masse in Graz aus machen, das Schnellbahnsystem gefördert. Als Ergebnis zeigt sich, dass es sehr gut an genommen wird, dazu auch ländliche Regionen, die damit erreichbar sind, wieder Zuzug erfahren.

Das zeigt, dass eine Änderung der Verkehrspolitik auch bei uns machbar und sinnvoll ist, nicht nur in Dänemark & Co. Und es führt zum zweiten Punkt, den du einbringst: Die Siedlungspolitik. Manche Arbeitsplätze können zukünftig wieder am Land geschaffen werden, Stichwort Home-Office, viele andere aber nicht. Meine älteste Tochter und ihr Partner können nicht zu Hause arbeiten, am flachen Land wird es ihre Arbeitsplätze nie geben können. Sie werden also weiter pendeln müssen. Dank der Schnellbahn können sie das staufrei.
Ich gebe dir recht: Mit einiger Phantasie lässt sich da sicher einiges machen. Aber "staatlich geschaffene Arbeitsplätze" werden nur halten, wenn sie sich rechnen können.

lg!
georg
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Off-topic #1439286 - 14.07.20 10:31 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
Uli
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Ja, das ist schon paradox: Wer ruhig wohnen will, muss rausziehen und in der Folge wg. des dadurch größeren Mobilitätbedarfs Lärm erzeugen. Ich frage mich: Wenn es keinen MIV gäbe, wäre es in den Städten dann so schön (ruhig), dass man nicht mehr rausziehen möchte?
Gruß
Uli
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#1439297 - 14.07.20 12:00 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: irg]
Peter Lpz
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Hallo Georg,

der Anfang ist halt leider so schwer. Wer möchte den Ausbau der öffentlichen verantworten, wenn anschließend keiner drin sitzt? Wir sprechen hier wirkich nicht über Kleinkram. Das System des MIV ist schon gut durchdacht: Du hast die Karre vorm Haus oder inzwischen in 1km Entfernung und bezahlst dafür Steuern, Versicherung, einen hohen Kaufpreis, viele Steuern und Abgaben. Die eigentliche Mobilität an der Zapfsäule fällt kaum noch ins Gewicht. Ich würde zunächst hier etwas ändern, bspw. eine staatliche Versicherung nach Vorbild der DDR und eine höhere Mineralösteuer bei Abschaffung der Kfz - Steuer. Hier war die DDR ihrer Zeit weit voraus, finde ich. Und als neuer Autofahrer kann ich versichern, Autofahren ist teuer genug und wenn man, wie es Uli hier gerade träumt, den MIV komplett verbannen möchte, dann wird man sich der Tatsache öffnen müssen, dass für die erforderliche Infrastruktur jemand anders bezahlen muss...

Wie dem auch sei, wenn man in der Provinz die Autofahrerei an der Zapfsäule bezahlen muss, dann rechnet sich auch der Dorfkonsum und der Bäcker, der Fleischer und die Dorfkneipe wieder. Das war alles schon mal da und die Rahmenbedingungen lassen sich wieder herstellen. Ich hätte nur den Mut dazu nicht, wäre ich in der Verantwortung. Ich kenne halt das Volk und mich selbst auch. Mich kostet es Überwindung, zum Autofahrer zu werden. Es ist teuer und nicht besonders nachhaltig. Man nötigt mir das schon zum größeren Teil auf. Und jetzt ist die Entscheidung gefallen, die Interessenlage ändert sich rasant, das glaubt man manchmal garnicht. Und ich denke, je weiter wir herumzentralisieren und hin- und herblöken und uns zanken, desto abhängiger machen wir uns vom Auto. Dem ÖPNV fehlt inzwischen auch der erforderliche Platz und wenn er den jemandem wegnehmen möchte, dann gibt es Geschrei. Ich sehe das Auto noch lange nicht als Verlierer an. Nicht weil ich es so gut finde, sondern weil der Laden einfach so funktioniert.

Gruß Peter
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#1439316 - 14.07.20 14:58 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Peter Lpz]
martinbp
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In Antwort auf: Peter Lpz
Ich sehe das Auto noch lange nicht als Verlierer an. Nicht weil ich es so gut finde, sondern weil ------- der Laden einfach so funktioniert.

Gruß Peter



Hier fehlt m.E. ein Zwischensatz:
---es von der Wirtschaft (und der Politik) so gewollt ist, dass---
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#1439322 - 14.07.20 15:59 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: martinbp]
Uli
Moderator
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Zitat:
---es von der Wirtschaft (und der Politik) so gewollt ist, dass---

Sorry, aber da machst du es dir zu einfach. Den schwarzen Peter haben Verbraucher (und Wähler) min. im gleichen Maße.
Gruß
Uli
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#1439324 - 14.07.20 16:13 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uli]
martinbp
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stimmt natürlich.
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#1439336 - 14.07.20 18:59 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: Uli]
TaHi79
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Natürlich haben den schwarzen Peter sowohl Politik und Verbraucher. Aber auch auf anderen Ebenen wird immer noch der MIV bevorzugt, als Beispiel nenne ich mal Arbeitgeber, die zB einen Parkplatz im Parkhaus für jeden Arbeitnehmer mit 80€ / Monat bezahlen, alternativ eine Monatskarte für die Öffis mit 30 € / Monat bezuschussen, was ca. 50 % der Kosten entspricht. Fahrradfahrer bekommen nichts, Jobrad & Co. wird nicht angeboten.

MMn bekommt man die meisten Menschen nur über den Geldbeutel zu einer Verhaltensänderung bewegt, leider hilft es noch nichteinmal, wenn man Ihnen zeigt, wie viel Lebenszeit sie beim Umstieg auf Öffis oder Rad sparen. Das sehe ich oft genug in meinem Randviertel... Ich arbeite wie einige andere im Zentrum und brauche mit dem Rad 25 Minuten, mit dem Auto 30-45 Minuten, mit dem Bus auch, da er im selben Stau steht. Die S-Bahn wurde in den 90ern abgeschafft und nun wird seit Jahren über die Wiedereinführung diskutiert - natürlich ist die dafür notwendige Infrastruktur inzwischen auch nicht mehr vorhanden. Eine Verdoppelung der Bustaktung zu den Stoßzeiten hat zwar Entlastung gebracht, aber ohne eigene Busspur bringt es keine Zeitersparnis. Und das Geld? Puh, solange Parkplätze vorhanden sind und subventioniert werden, siegt die Bequemlichkeit, weil es finanziell nicht schmerzhaft genug ist.
Liebe Grüße, Tanja
___________________
Fahrrad statt Stau
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#1439373 - 14.07.20 23:53 Re: Diskussion Radverkehr Stadt [Re: TaHi79]
Peter Lpz
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Nun muss man der Ehrlichkeit halber erwähnen, dass die 80,-€ Parkhauskosten auch nur einen Bruchteil der Autokosten decken. Ich geb Dir aber recht, dass so eine Dreiteiligkeit in der Bezuschussung der Mobilität kritikwürdig ist. Widersprechen möchte ich der Darstellung, dass es der Geldbeutel ist, der Leute aufs Auto treibt.

Ich bin gerade dabei, die Stadt Leipzig zu verlassen, um mir 30km Arbeitsweg aufzuhalsen. Mir wird das einerseits dadurch versüßt, dass ich den ÖPNV fürn Arbeitsweg bezahlt bekomme. Ist doch toll, oder? Ich entscheide mich dafür, aus 5km Arbeitsweg 30 zu machen und mein ökologischer Arbeitgeber kommt für die Kosten auf. Ich belege einen überfüllten Zug, letztlich völlig ohne Not, lass mir die Fahrkarte bezahlen und ein anderer nimmt dafür das Auto, weil er den Irrsinn nicht mehr aushält. Was ist die Förderung des ÖPNV wieder gut für die Umwelt...

Ich würde anregen, den Bürger zu fragen, was ihn bewegt, längere Arbeitswege in Kauf zu nehmen und dafür die Vorteile der Großstadt aufzugeben. Ich kann es für mich leicht begründen: Da wäre die Mietpreisentwicklung bei stark gesunkener Lebensqualität. Betrifft mich persönlich noch nicht, aber ich bekomme in meiner Mietwohnung gerade den fünften Eigentümer und die Eigenbedarfsklage ist eine Frage der Zeit. Es wären der Verkehr, der aus 100.000 zusätzlichen Leuten resultiert, der Lärm, der Dreck und das schlechte Benehmen der armen und reichen Assozialen zu nennen. Darüber hinaus muss man die Frage stellen, "wie geht das weiter"? Da kann man nur unken, aber nach meiner Einschätzung gibt es keine kurzfristige Hoffnung auf Besserung. Mit Verkehrspolitik allein wird man hier nichts mehr richten. Der Karren ist einfach an der Wand. Von Förderung irgendwelcher Verkehrsmittel halte ich übrigens garnichts, obwohl ich sie mitnehme, wenn sie mir geboten wird. Es bleibt für mich Irrsinn. Wenn wir wollen, dass die Leute weniger unterwegs sind, dann ist der erste Schritt, sie den Preis dafür zahlen zu lassen.

meint der Peter
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