Re: Diskussion Radverkehr Stadt

von: Peter Lpz

Re: Diskussion Radverkehr Stadt - 15.07.20 10:56

Hallo Georg,

Du hast ja recht, dass ich mir die Antwort selbst gebe. Deshalb wäre es eben schön, wenn sie auch umfassend verstanden würde. schmunzel

"Weniger unterwegs sein und dafür den Preis zahlen" darf nicht nur für den bösen Autofahrer gelten. Für den gilt es übrigens bisher schon ziemlich am meisten. Ich zähl dir gern mal vor, was mich das Autochen alleine an Steuern kostet. Wir müssen da auch über die Subventionen für die öffentlichen reden, die schon heute recht beträchtlich sind. Wenn es um einen fairen Wettbewerb der Verkehrsmittel geht, muss es sich auch der Radfahrer mal bieten lassen, für seine Infrastruktur einen Obulus zu entrichten. Streiten könnte man über die Höhe, aber m. E. nicht übern Sachverhalt. Ich finds ebenso fair, den Autofahrer für den beanspruchten öffentlichen Raum Geld abzuknöpfen, aber auch hier darf man die öffentlichen nicht vergessen.

Die Bevölkerungszahlen lassen es nicht mehr zu, dass man eine Verkehrsform verteufelt und die andere in den Himmel hebt. Wir brauchen sie alle und können allenfalls über eine bessere Verteilung streiten. Um die erforderliche Verringerung bei den Beförderungszahlen aller Verkehrsmittel zu erreichen, würde ich zunächst mal reale Preise für alle Verkehrsmittel aufrufen. Das hilft schon sehr. Das Thema soziale Abfederung hatten wir schon ein paar mal. Das ist nicht Aufgabe der Verkehrsunternehmen, sondern auch hier hilft es, sich an die Preise zu gewöhnen, was die Löhne und Sozialleistungen angeht. In jedem Fall hilft es, wenn der Bürger über seine Mobilität etwas mehr nachdenken muss. Wir haben hier ne Marktwirtschaft und wenn sich irgendwo die Nachfrage so erhöht, dass das Angebot nicht nachkommt, dann werden die Preise erhöht. Das gilt überall, ganz egal, ob Mundschutzmaske oder Treibstoff- bzw. Autopreise. Ich seh nicht ein, warum es beim ÖPNV nicht auch gelten sollte. Das gibt erst mal Geschrei, ganz klar und mancher wird nicht mehr zur Arbeit fahren können. Aber das ist halt der Preis und wenn wir es nur übern Verkehr lösen wollen, endet es irgendwann auch so.

meint Peter