Re: Diskussion Radverkehr Stadt

von: AndreMQ

Re: Diskussion Radverkehr Stadt - 13.07.20 12:36

.... ich weiß nicht, was in Leipzig los ist, dass man so resignativ reagiert. Aber zum ÖPNV-Angebot:
- Es ist gute Tradition, dieses immer schlecht zu reden - damit man ein Argument hat, nicht umzusteigen. Meine Erfahrungen mit dem ÖPNV in allen Städten bisher sind positiv. Ich nutze ihn nicht viel, da immer mit dem Rad unterwegs, aber wenn, dann ist er da und funktioniert. Es zeigen auch die Netzpläne und die Fahrpläne, dass Kritik meist überzogen ist. Natürlich ist er darauf ausgelegt, dass der Modal-Split heute beim MIV liegt und daher nicht überzähliges rollendes Material rumfährt, welches nicht ausgelastet ist.
- Weitere gute Tradition ist der (MIV-)Trick, erst einmal den unbeschränkten Ausbau zu fordern und wenn es dann den geneigten Herschaften gefällt, vielleicht umzusteigen oder auch nicht. Genau wissend, dass dieser Ausbau nicht kommen kann. Außerdem ist man ja sowieso gehbehindert und kann nicht 300m zum Parkhaus laufen, aber offensichtlich trotzdem in seinem 500PS-SUV die Pedalerie zügig und treffsicher bedienen. Da ist auch noch eine Baustelle, nämlich physisch und psychisch ungeeigneten Leuten den Führerschein und das KFZ zu entziehen. So wie es jedem Bus-, Lok- und Flugzeugführer droht.
- In vielen Städten muss erst dem MIV der Platz entzogen werden, bevor das ÖPNV-Angebot erweiterbar wird und die Takte zusätzlich noch verkleinert werden können. Das ist übrigens kein langwieriges Thema und könnte sogar pop-up-mäßig probiert werden. Dazu müsste der Stadtrat die entsprechenden Straßen bzw. Spuren dem MIV entziehen (Parkspuren sind auch Spuren) und den Blechdreck für diesen Test aus der Stadt verjagen. Die zuständigen Stadtwerke müssten dafür rollendes Material mit Fahrern für diesen Test ausleihen, einen pop-up-Fahrplan erstellen und dann z.B. einen Monat es einfach machen. Nochmals: Es gibt genug Straßen und Wege, nichts fehlt, es muss nur der MIV-Dreck verjagt werden und es ist Platz im Überfluß.